Bergtour 2010

Kärlinger Haus (25-26.09.2010)

KÖNIGSEE.

 

Dem Wetter getrotzt.

Wahrlich keine schönen Wetteraussichten gab es für das Wanderwochenende des Frankenwaldvereins Seibelsdorf am 25./26. September. Dennoch fanden sich vierzig Bergfreunde Samstagfrüh um halbdrei zur Abfahrt in Richtung Königssee ein.

Die Stimmung war gut und die Wanderer waren gerüstet, auch für den Aufstieg bei Regen. Früh um 10.00 Uhr kamen wir am Königssee an. Der Ausgangspunkt für unser Ziel "das Kärlinger Haus", im Steinernen Meer, war St. Bartholomä mit seiner markanten Wallfahrtskirche. Um diesen zu erreichen genossen wir eine Schifffahrt über den von schroffen Felsenwänden eingebetteten fjordartigen smaragdgrünen See. Ein Aufenthalt in St. Bartholomä war erst auf dem Rückweg eingeplant. Deshalb ging es gleich weiter auf dem Rupertiweg in südlicher Richtung. Das Rauschen des Schrainbachwasserfalles ließ uns einen Augenblick das Prasseln des beständigen Regens vergessen. Der Bach begleitete uns eine geraume Zeit und die immer tiefer werdende Schlucht ließ unsere Schritte behutsam auf den mit nassem Herbstlaub belegten Pfaden setzen.

Die Natur in einem Nationalpark ist sich weitgehend selbst überlassen. Immer wieder konnte man Baumbruch und entwurzelte Bäume sehen, die scheinbar nutzlos im Wald verbleiben, aber sich an anderer Stelle im fortgeschrittenen Verfallsstadium für Flora und Fauna unverzichtbar zeigten. Knapp zwei Stunden waren vergangen und wir standen vor der Saugasse, einem Steilhang, flankiert von den senkrecht aufragenden Felswänden des Gjaidkopfes und des Simetsberges. Drei Dutzend Serpentinen ermöglichten die 300m Höhenunterschied und die 40° Steigung zu bezwingen. Das Zählen begann. Wer aber glaubte nach der letzten Kehre das Ziel vor Augen zu haben, irrte. Wir kamen in ein ehemaliges Weidegebiet der aufgelassenen Oberlahneralm, welches auch als kleine Saugasse bezeichnet wird. Das Pfeifen der Murmeltiere machte uns bewusst, in fremdes Gebiet eingedrungen zu sein. Nach mehreren Kehren kamen wir durch das Ofenloch auf den Funtenseesattel (1672m) mit erlösendem Blick auf das Kärlinger Haus.

Nach fast vier Stunden lag uns in 1600 Metern Höhe der Funtensee zu Füßen, ein Karstsee, durch einen Höhleneinbruch entstanden. Derartige Einbrüche sind typisch für die Gegend, aber dieser mit Wasser gefüllte ist außerdem der Kältepol Deutschlands (-45,9°C, Weihnachten 2001). An diesem Tag war leider der geplante Aufstieg zum Feldkogel nicht mehr möglich, denn Nässe und Kälte ließen es nicht mehr zu. In der gut bewirteten Hütte ließ es sich prima essen und feiern. Das "Helmut-Duett und der "Mundharmonika-Franz" führten durch den Abend. Eine Überraschung dann am Morgen, kein Regen, sondern Schneeflocken begleiteten die Wanderer bis zum Einstieg in die Saugasse, dann wieder ............ Somit ließ sich nur erahnen was unseren Blicken vorenthalten wurde, der Blick auf den Watzmann, auf den Jenner oder auf den Hohen Göll.

Trotzdem wurde der Abstieg genossen und wir freuten uns auf die Einkehr in St. Bartholomä. Besonders unser Hans war glücklich, sein Traum von einer knusperigen Schweinshaxe ging in Erfüllung. Nun ging es zurück mit dem Schiff. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Dieser Umstand veranlasste unseren Vorstand, das auf der Herfahrt ins "Wasser" gefallene Königsseeecho nachzuholen. Mit Erlaubnis des Kapitäns wurden alle Fenster geöffnet und "wortgewaltig" forderte er mehrmals die Felswände auf, ihm zu antworten - jedoch vergeblich. Ein erlebnisreiches und schönes Wochenende ging zu Ende und dies unabhängig vom Wetter, weil Ausrüstung und Einstellung der Wanderer stimmten. Dies brachte auf der Heimfahrt auch noch mal Vereinsobmann Karl Schoger mit seiner kurzen und treffenden Zusammenfassung zum Ausdruck. Sein und unser besonderer Dank galt Wanderwart Kalle Mertel, der für den reibungslosen Ablauf der Bergwanderung verantwortlich war.