Bergtour 2007

Weilheimer Hütte (22-23.09.2007)

ESTERGEBIRGE.

 

Am 22. September war es wieder soweit. Der Frankenwaldverein Seibelsdorf machte sich auf zu einer zweitägigen Wanderung in die bayerischen Voralpen und zwar in das Estergebirge, ein kleines Kalkgebirge zwischen Loisach und Walchensee. 35 Wanderer aus Seibelsdorf und Umgebung fuhren Samstag früh in Richtung Garmisch.

Nicht nur das Wetter versprach Großartiges sondern auch der Duft des frischen Leberkäs, der zur Stärkung für die Rast kurz vor München mitgenommen wurde.

Etwas später als geplant kamen wir zu unserem Ausgangspunkt der Maxhütte (1022m), Nähe Wallgau, an. Ein anfänglich recht angenehmer Anstieg mit herbstlichen Eindrücken und der milde Sonnenschein, der die in den vergangen Wochen vernachlässigten blanken Hautstellen verwöhnte, ließen keine Strapazen vermuten. Aber mit zunehmender Zeit wurde es steiler und steiniger. Die Rast am Wildsee kam da gerade recht.

Dem Wallgauer Steig entlang an der Kuhalm vorbei ging es querfeldein auf den Walchenseer Steig. Ein kraftraubender Weg knapp unter dem Grat vorbei an der Hohen Kisten folgte. Gebirgseinschnitte ließen herrliche Aussichten auf das Loisachtal zwischen Oberau und Eschenlohe zu. Der schmale, schräg abfallende Weg verlangte Trittsicherheit und Kondition. Der frühe Blick auf die Weilheimer Hütte (1955m) täuschte. Erst nach fünf Stunden und ca. 900 Höhenmeter kamen die tapferen Wanderer an. In nächster Umgebung „treffen“ sich dort mehrere 2000er: der Hausberg, der Krottenkopf (2086m), der Obere Risskopf (2049m), der Kareck (2046m) und der Bischof (2033m). Ersterer wurde nach kurzer Pause von einigen erklommen.

Die Aussicht bei klarstem Wetter war einprägend. Im Südosten vom Sonnenschein erleuchtet und detailliert das Karwendel. Westlich im Gegenlicht und in graublauen Tönen schattiert, fast unwirklich erscheinend, die Ammergauer Alpen. In der Ferne südwestlich das Wettersteingebirge mit der Zugspitze.

Die völlig ausgebuchte Hütte ließ eine spannende Nacht erahnen. Doch zuerst wurde sich gestärkt und ein kraftvoll gesungenes und mit Mundharmonikaklängen untermaltes Frankenwaldlied ließ bei den übrigen Gästen keinen Zweifel unsrer Herkunft mehr offen.Hüttenruhe, die Quartiere wurden bezogen. Bei extrem eingeengter Bewegungsfreiheit gab es eine kurzweilige Nacht. Manche zogen ein Nachtlager unter freien Himmel vor. Weitere und genauere Schilderungen verhinderten allerdings meine Ohrenstöpsel. Sonnenaufgang im Estergebirge, vom Gipfel des Oberen Risskopfes aus gesehen, so begann für manche der zweite Tag.

Der Abstieg war zu Beginn und am Ende sehr steil und verlangte äußerste Konzentration. Der mitwandernde Sonnenschein jedoch machte die erleuchteten Felswände um das Gebiet des Hohen Fricken immer wieder zum Blickfang und entschädigte dadurch für die Mühen. Eine Erfrischung auf der Esterbergalm war der richtige Abschied vom gleichnamigen Gebirge und gab Kraft für das letzte Teilstück nach Farchant (679m).

Unser Wanderwart Karl-Heinz Mertel, zuständig für die Wegführung, resümierte auf der Heimfahrt eine Wegstrecke von ca. 25km,  2200 Höhenmeter und eine Laufzeit von neun Stunden und war sichtlich zufrieden mit seinen Wanderern.

Obmann Karl Schoger lud zum Abschluß zu einer Nachlese demnächst nach Mittelberg ein und gab seiner Freude nochmals Ausdruck, dass sich so viele Wanderfreunde für diese Fahrt gefunden haben - auch über die Grenzen von Seibelsdorf hinaus.